Trauer um Klaus Schreckenbach


Die Fakultät für Physik und die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) trauern um Prof. Dr. Klaus Schreckenbach, der am 13. September völlig unerwartet verstorben ist. Klaus Schreckenbach, 1943 in Marienwerder geboren und in München aufgewachsen, studierte und promovierte an der Technischen Universität München, wo er sich 1985 an der Fakultät für Physik zum Thema „Hochauflösende Elektronenspektroskopie in Atom-, Kern- und Teilchenphysik“ habilitierte. Nach Forschungsaufenthalten am Institut Laue-Langevin (ILL) in Grenoble und dem Brookhaven National Laboratory, USA, kehrte er 1991 als Professor für Experimentalphysik an die TUM zurück, wo er kurz darauf die Technische Leitung am „Atom-Ei“, dem ersten Garchinger Forschungsreaktor übernahm. Hier zeichnete er insbesondere für die Sicherheitsanalyse, den Einbau und die Inbetriebnahme der Kalten Quelle sowie Studien für die Entwicklung einer Positronenquelle verantwortlich. Als Technischer Direktor der neuen Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) von 1999 bis 2005 hat er entscheidend zum Aufbau und zur Inbetriebnahme der neuen Garchinger Neutronenquelle beigetragen. Hier galt seine große Leidenschaft dem Aufbau der Welt intensivsten Positronenquelle am FRM II. Anschließend hat er seine Lehr- und Forschungstätigkeit am Physik Department der TUM mit großem Enthusiasmus fortgesetzt. Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2009 hat sich Klaus Schreckenbach weiterhin in der Forschung engagiert, an Lehrveranstaltungen beteiligt und vor allem dem FRM II mit seinem Rat zur Seite gestanden. Leider wird es ihm nicht mehr vergönnt sein, am Sonderkolloquium zu seinem 70. Geburtstag und den 80. Geburtstagen seiner Kollegen Prof. Gläser und Prof. von Egidy am 16. Dezember 2013 teilzunehmen.

Seine besondere wissenschaftliche Leidenschaft galt dem Aufbau der weltweit intensivsten Positronenquelle NEPOMUC am FRM II, als deren geistiger Vater Klaus Schreckenbach gilt. Aufgrund seiner wichtigen Arbeiten zur Teilchenphysik mit Neutronen hat er sich darüber hinaus mit sehr großem Interesse am Aufbau einer intensiven Quelle für ultrakalte Neutronen beteiligt, welche im Rahmen des Exzellenzclusters „Origin and Structure of the Universe“ am FRM II aufgebaut wird und deren Entstehung er mit großer Unterstützung auch experimentell begleitet hat. Mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat Klaus Schreckenbach auch wichtige Beiträge zur Neutrinophysik geleistet.

Klaus Schreckenbach hat sich auch nach seiner Emeritierung stets sehr aktiv für die Wissenschaft eingesetzt und im Exzellenzcluster viele wichtige Aufgaben übernommen. Mit seiner integrierenden Art und seinem uneigennützigen Rat hat er dem Exzellenzcluster und dem FRM II bei vielen Entscheidungen sehr geholfen. Umso mehr erschüttert uns sein plötzlicher Tod, denn er war nicht nur Kollege, sondern für viele auch ein langjähriger Freund. Wir werden seine stets freundliche Art immer in Erinnerung behalten. Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Familie, insbesondere seiner Frau und seinen beiden Söhnen.

 

Prof. Dr. Peter Böni