Materialgerechte Ästhethik

Ein Forschungsprojekt zur dreidimensionalen Modulation von WDVS mit Prof. Andreas Hild von Hild und K Architekten und dem TUM-Lehrstuhl für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege.

3D-Bild für Rot/Cyan-Brille (Quelle: www.baulinks.de)


Im Rahmen der vom Bundesbauministerium gegründeten Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ prüfen Andreas Hild und Faraneh Farnoudi von Hild und K Architekten ge­meinsam mit den Partnern Sto AG und Bayerische Hausbau „Modulationsmöglichkeiten der Gebäudeaußenhaut mittels wärmesensitiver Aufnahmeverfahren“.

Im Allgemeinen stehen die heute vielfach verwendeten Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) für gestalterische Beliebigkeit sowohl im Bereich des Neubaus als auch in dem der Sanierung und des Umbaus. Dass den Systemen aber auch bislang unerkannte ästhetische Potenziale inne liegen, zeigt das Forschungsprojekt „WDVS-Modulation“ mithilfe dreidimensionaler Modelle.
Dies ist besonders für den Umgang mit Bestandsbauten interessant: Über Computerprogramme können Wärmedurchgänge und Wasserdampfdiffusionsströme sichtbar gemacht werden. Auch die Temperaturverteilung ganzer Bestandsfassaden sind in den thermografischen Aufnahmen zu erkennen. 
Diese Ortung von thermischen Mängeln in der Außenhaut wird hier zum Kern der Entwurfsmethodik: Das als Sanierungsmaßnahme vorgesehene WDVS wird den Anforderungen entsprechend moduliert. Ein in der Forschung eingesetztes Fräsverfahren ermöglicht eine subtile Abstufungen der verformten Bauteile, die, einmal an die Fassade angebracht, dem Gebäude einen völlig neuen und der Funktion des Bauteils entsprechenden, Charakter geben.

Das Forschungsprojekt gibt einen Impuls für Weiterentwicklung von WDVS. Denn dass die Sanierungstätigkeit innerhalb der Baubranche zukünftig einen erheblichen Aufschwung erfahren wird ist abzusehen. Der Faktor der in Bestandsgebäuden enthaltenen „grauen Energie“ gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Diskussion um die CO2-Reduktion wird sich also zu einer über ökologisch und ökonomisch sinnvolle Umbaustrategien entwickeln müssen. Die Sanierung und der Umbau von Bestand muss auch auf politischer Ebene attraktiver werden als das bis dato geförderte Neubauen.
Dass sich dieser Paradigmenwechsel auch in der Lehre niederschlagen muss erklärt Prof. Andreas Hild in einem Interview im Magazin „Forschungsinitiative Zukunft Bau“, 2014. Am TUM-Lehrstuhl für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege reagiert er folgerichtig mit der systematischen Erforschung möglicher Umbaustrategien.

Das Forschungsprojekt „WDVS-Modulation“ wurde bei der BAU 2013 präsentiert. Ebenfalls haben Hild und K Architekten mit einer bei DETAIL erschienenen Publikation einen Diskussionsbeitrag zum Thema WDVS geliefert.


Wärmedämmverbundsystem: Ein Diskussionsbeitrag von Hild und K
112 Seiten
mit zahlreichen Abbildungen und Plänen
22,5 x 26,8 cm 
Hardcover
ISBN 978-3-95553-199-7
Auch als eBook erhältlich
Oktober 2013 
Erschienen bei DETAIL